Wie vor einer Woche angekündigt, habe ich meinen ersten iPod-Run absolviert. Diesmal habe ich eine Diskussion mit Naomi Klein im Aurora-Forum (Standford University) gehört.
Inhaltlich:
- Auffällig ist, dass die Standford Moderatoren sehr regierungskritisch und generell sehr links sind, wenn links heißt kapitalismuskritisch. Das hat mich doch etwas erstaunt, immerhin ist doch Standford gerade die Kaderschmiede der USA par excellence.
- Naomi Klein spricht, wie viele andere heutzutage auch, von einem Konglomerat aus Finanzwelt, Politik und Wirtschaftsprofessoren, die knallhart ihre Interessen durchsetzen und jede Krise auf der Welt ausnutzen, um ihre neoliberale Politik durchzusetzen.
An dieser Redeweise gefällt mir als Philosoph nicht, dass die Redeweise mehr verschleiert als Sie aufdeckt. Sie verdeckt, dass Finanzwelt, Politik, Wirtschaftstheorie erst einmal drei ganz verschiedene Sphären sind – die jeweils auch aus ganz verschiedenen Motiven handeln – bzw. verschiedene Ziele verfolgen. Trotzdem wird dieses Konglomerat gerne mit dem Label “Neoliberalismus” getagt – und in die Schublade “Milton Friedman” geschoben.
Problematisch ist dies unter anderem, weil der Liberalismus ja etwa gerade staatlichen Zwang und generell Interessenpolitik ideologisch entgegensteht. Schon aus diesem kleinen Riss in der projizierten Machtkugel Neoliberalismus – sieht man schon, dass da etwas von Naomi Klein zusammengepackt wurde, was nicht zusammengehört. Aus liberaler Theorie heraus dürfte etwa die Banken-Rettung durch die US-Regierung niemals passieren dürfen. Die Banken-Rettung und die Folgegesetze nennt Klein jedoch neoliberal.
Ich finde es schade, dass gerade Naomi Klein hier so unsauber arbeitet und diese Agitationsphrase Neoliberalismus nicht einmal auseinandernimmt, zerpflückt und wieder zusammensetzt. Wenn Sie das tun würde, würde Sie herausbekommen dass ihr Feindbild nationale Interessenpolitik, bzw. überhaupt Interessenpolitik ist – und dass der Liberalismus (ich verstehe ihn als eine Wirtschaftstheorie) sich gerade gegen diesen einen Punkt wendet, nämlich “Interessenpolitik”.
#Sport
- lief alles ganz locker, dadurch, dass ich mich immer mal wieder über Frau Klein aufregen konnte, hatte ich auch die nötige Adrenalinzufuhr, die ich sonst eher durch Elvis Presley antriggere.
- generell hätte ich erwartet, dass ich etwas weniger aufnahmefähig wäre beim Laufen.
Naomi Kleins Diskussion findet ihr übrigens hier: http://itunes.stanford.edu/